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Einweihung einer Gedenkstätte
in Ehrwald am 3. August 2001

Zur Erinnerung an den größten Luftkampf über Tirol im Bereich Grubigstein / Fernpass

Foto: Einweihung der Gedenkstätte, welche von Gerd Leitner entworfen und gestaltet wurde.
Foto: Einweihung der Gedenkstätte, welche von Gerd Leitner entworfen und gestaltet wurde.

Am 3. August 1944 fand über dem Ehrwalder Becken die größte Luftschlacht des Zweiten Weltkrieges in Tirol statt. Deutsche Jäger schossen acht alliierte Riesenbomber B24 Liberator ab. 30 Amerikaner und sechs Deutsche starben bei den Kämpfen.
Und so war der Hergang: Der Kampfauftrag des 55.Geschwaders der 465.Bomber Gruppe der 15.Luftflotte der amerikanischen Luftstreitkräfte lautete, mit 34 Maschinen die Dornier-Flugzeugwerke in Manzell/Friedrichshafen zu bombardieren. Dort war dem US-Geheimdienst zufolge die Produktion der ersten Düsenjäger angelaufen und in der Nähe eine Produktionsstätte für Wasserstoff-Superoxyd für das Raketen-Triebwerk der V-2 errichtet worden.
Einer der Bomber konnte wegen Motorproblemen die Geschwindigkeit und die Höhe des Verbandes nicht halten. Die restlichen sieben verminderten daraufhin die Geschwindigkeit und gingen auf eine um 1800 Meter verminderter Flughöhe hinunter, um den beschädigten Bomber gegen feindliche Jäger zu schützen. Der langsame kleine Verband wurde von der Aufklärung der deutschen Jagdflieger bemerkt. Das Jagdgeschwader 3 Udet des Fliegerhorstes Kaufbeuren im Allgäu wurde alarmiert. Die flinken Jagdflieger Focker Wulf und Messerschmitt haben sich im Schutz tiefliegenden Wolken an den losen Verband herangepirscht und mit vier Schwarmformationen von je vier Jägern einen Bomber als Ziel genommen. Der Überraschungseffekt gelang. Mehrere Bomber wurden bereits beim ersten Angriff abgeschossen, weitere bei einem zweiten Angriff. Nach nur 15 Minuten war der „Spuk“ vorbei. Auch die Deutschen verloren 8 Jäger.
Ein Denkmal im Zentrum von Ehrwald sowie Gedenktafeln an allen acht Absturzstellen mit den Namen der Bomberinsassen und der gefallenen deutschen Jagdpiloten erinnern an dieses schreckliche Kriegsereignis.

Bei der Einweihung dieser Gedenkstätte am 3. August 2001 gedachte man der Toten. Der Obmann des Ehrwalder Heimatmuseums, Paul Richter: „Wir sollten dankbar sein, dass seit nun 60 Jahren Friede in Europa herrscht und sich die Gegner von damals die Hände reichen. Aus den USA, Deutschland und Österreich waren Angehörige der Toten und Überlebende dieser Kämpfe gekommen. Besondere Verdienste um die Aufklärung der Schicksale der Bomberbesatzung und der Piloten der deutschen Luftwaffe hat sich Keith Bullock aus Mils bei Imst erworben, der von 1993 bis 2001 eine Dokumentation erarbeitete". Aus eben diesen Aufzeichnungen von Keith Bullock über die Geschehnisse im Ehrwalder Becken haben der Heimatmuseumsverein Ehrwald mit Paul Richter und Gerd Leitner eine sehr informative Gedenkschrift herausgegeben. [mehr ...]

Die Bergwanderungen von Gerd Leitner aus Ehrwald, ein begeisterter Bergsteiger, führten meist zum Brendlkar, wo noch unzählige Wrackteile eines abgestürzten US-Bombers lagen. Ein schlichtes Kreuz markierte die Absturzstelle.
Bei jeder Wanderung zum Brendlkar kamen die Erinnerungen an den Luftkampf über Ehrwald, den er als Bub 1944 miterlebte.
Fragen, was ist mit der Besatzung dieses US- Bombers geschehen, wie viel sind ums Leben gekommen, konnte ihm niemand beantworten. Der Hinweis kam nach einer Kontaktaufnahme mit Keith Bullock aus Mils bei Imst, welcher die Geschichte dieses Luftkampfes vom 3. August 1944, durch Kontakte zu den amerikanischen überlebenden Besatzungsmitgliedern, weitgehend im Jahr 1999 recherchierte. Aus dieser Recherche ging hervor, dass an diesem 3. August 1944 acht amerikanische Bomber vom Typ B24 abgestürzt waren.